Treffen in Hannover
Thema
Erfahrungen mit modellgetriebener Softwareentwicklung bei der Rohde & Schwarz BICK Mobilfunk GmbH
Datum
05. Juli 2007, 18 Uhr
Veranstaltungsort
Druckhaus Benatzky GmbH
Büttnerstraße 15
30165 Hannover
Agenda
- 18:00 Uhr: Prof. Dr. Roland Petrasch, TFH Berlin: Kurzeinführung in die Model Driven Architecture der OMG (MDA)
- 18:20 Uhr: Martin Wrede, Andreas Helmer, Stephan Haut: Erfahrungsbericht: Einsatz von generativen Techniken bei Rohde und Schwarz
Kosten
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, es wird jedoch um rechtzeitige Anmeldung gebeten.
Anmeldung
Bitte melden Sie sich formlos per Email bei Herrn Petrasch (petrasch@tfh-berlin.de) an.
Abstract
a) Roland Petrasch gibt im ersten Teil eine Kurzeinführung zum Thema MDA und MDSE. Dabei werden kurz die Begriffe geklärt und die entsprechenden Standards erwähnt.
b) Rohde & Schwarz ist der führende Hersteller von Funk-Messtechnik. Darüber hinaus liefert das Unternehmen unter anderem verschiedene Funksysteme, beispielsweise für den Flug- und Schiffsverkehr. Die Tochter R&S BICK Mobilfunk GmbH entwickelt Mobilfunknetze nach dem ETSI Standard TETRA. Typische Anwender dieser Netze sind Rettungsdienste, Behörden (BOS), Energieversorger und Verkehrsbetriebe. Diese Mobilfunknetze werden überwacht und gesteuert mit Hilfe eines Netzmanagement-Systems, das auf dem Management-Modell „FCAPS“ gemäß ITU-T M.3010 basiert. Zur Inbetriebnahme des Funknetzes muss für eine Vielzahl verteilter Softwarekomponenten eine große Menge an Parameterwerten eingestellt werden. Zwischen diesen Parameterwerten bestehen viele Abhängigkeiten, so dass eine Handhabung ohne Software-Unterstützung kaum möglich ist. Auf Basis dieser Problemstellung wurde bei R&S BICK ein Konfigurationswerkzeug entwickelt, welches sich maßgeblich der Methoden und Werkzeuge modellgetriebener Softwareentwicklung (MDSD) bedient. Nach ersten Untersuchungen war klar, dass das Konfigurationswerkzeug nur auf Basis eines Metamodells des gesamten Netzes sowie unter Einsatz eines grafischen Editors erfolgen kann. Im Rahmen eines Open-Source-Projektes war ein GEF-basierter Topologie-Editor verfügbar, für den wesentliche Anteile mit openArchitectureWare (oAW) V3 generiert wurden. Dieser wurde als Basis für einen ersten Prototyp gewählt. Die Implementierung des Metamodells wird aus UML ebenfalls mit oaW generiert. Diese verfügt jedoch nur über sehr wenige Attribute. Der Hauptanteil der Attribute wird erst zur Laufzeit hinzu gefügt. Weiterhin werden DSL-Editoren zum Aufbau des Laufzeit-Modells (Modell des Mobilfunknetzes) generiert. Über Constraint-Checks, die ebenfalls im Metamodell definiert sind, wird bereits während der Eingabe die Konsistenz des Modells geprüft. Ist ein Modell im Editor fehlerfrei definiert, kann der Anwender eine Modell-Transformation (-> Generator-Modell) durchführen. Aus dem Generator-Modell werden dann die Konfigurationsdateien des Netzes erzeugt. Um insbesondere sehr große Mobilfunknetze handhaben zu können, wird derzeit untersucht, in wie weit eine Migration nach EMF und GMF die erweiterten Anforderungen unterstützt. Weiteres Potenzial liegt im Einsatz der Applikation als Planungswerkzeug für Mobilfunknetze und zur Angebotserstellung. Da nicht alle Regeln und Constraints im Metamodell erfasst werden können, ist ein weiteres Ziel, einen Regel-Editor zu integrieren, mit dem die Arbeitsweise der Applikation festgelegt werden kann, ohne hierzu den Code ändern zu müssen. Weitere Ziele sind die Einführung eines Produktlinien-Editors mit dessen Hilfe das Konfigurationswerkzeug und die weiteren Anwendungen des Netzmanagement-Systems sich für andere Problemdomänen außerhalb des Mobilfunk-Bereiches qualifizieren lassen.
Zu den Personen
a) Prof. Dr. Roland Petrasch lehrt und forscht an der TFH Berlin im Bereich Software-Engineering mit dem Schwerpunkt modellbasierte Software-Entwicklung (Buchhinweis: www.MDABuch.de).
b) Dipl.-Ing. Andreas Helmer leitet den Produktbereich Netzmanagement-Systeme bei der Rohde&Schwarz BICK Mobilfunk GmbH. Er ist verantwortlich für das gesamte Produktportfolio des Netzmanagementsystems. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Domänenanalyse, Software-Architektur sowie Risk- und Projektmanagement.
Dipl.-Ing. Martin Wrede ist Projektleiter im Produktbereich Netzmanagement-Systeme bei der Rohde&Schwarz BICK Mobilfunk GmbH. Zur Zeit ist er verantwortlich für die Entwicklung einer Software zur Konfiguration von Mobilfunknetzen. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Domänenanalyse, Anforderungs-Management und Software-Architektur sowie Integration und Test.
Dipl.-Ing. (FH) Stephan Haut arbeitet als Softwareingenieur im Produktbereich Netzmanagement-Systeme bei der Rohde&Schwarz BICK Mobilfunk GmbH. Er leitet auf technischer Ebene die Entwicklung des Konfigurationsmangement-Werkzeuges. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Software-Entwicklung, -Design und -Architektur.
Sponsoren
![]() | Druckhaus Benatzky http://www.benatzky.de |
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