Über die Fachgruppe
Die Idee der modellgetriebenen Software-Entwicklung ist einfach und bestechend zugleich - aber nicht neu: Modelle so präzise und maschinen-lesbar zu entwerfen, dass sich die Entstehung der Software auf jeder Abstraktionsebene – zumindest teilweise - automatisieren lässt bis die gewünschte (konkrete) Architektur des Produktes entstanden ist. Keine künstliche Barriere, z. B. durch inkompatible Betriebssysteme, sollte der Entwicklung von Software-Systemen entgegen stehen. Im Zentrum stehen dabei Modelle und deren Transformation bis zum (fertigen) Software-System, d. h. zum Code.
In den letzten Jahren hat sich die modellgetriebene Software-Entwicklung zu einem praxistauglichen Ansatz entwickelt, verschiedene Techniken, Methoden und Standards sorgen für ein breites Anwendungsspektrum, und die Werkzeuge werden entsprechend weiterentwickelt. So widmet sich beispielsweise die OMG (Object Management Group) mit den Spezifikationen zur MDA (Model-Driven Architecture) intensiv der Thematik. Es zeichnet sich ab, dass die MDA zwar keine Revolution innerhalb weniger Jahre bewirken kann, die Software-Entwicklung jedoch mittelfristig, nachhaltig und signifikant voranbringen wird: Mit exakteren und formaleren Modellen als bisher, besonders in
den frühen Phasen eines Projektes, steigen zwar die Anforderungen an die Qualifikation der Beteiligten, z. B. Systemanalytiker, Software-Architekten etc. Dies geschieht aber zugunsten der Qualität und Produktivität. Die MDA stellt damit einen weiteren Schritt in Richtung Professionalisierung der Informatik dar.
Mit Sicherheit kann die MDA auch nach den fünf Jahren, in denen der Ansatz "auf dem Markt" ist, längst nicht als ausgereift bezeichnet werden. Es liegt noch viel Arbeit besonders bei der Standardisierung vor uns. Insofern wäre ein blindes Vertrauen in die MDA wenig hilfreich. Das Thema wird jedoch sicherlich immer mehr in den Fokus von Forschung und Entwicklung gelangen und auch immer häufiger in Praxisprojekten Anwendung finden.
Wir möchten mit der Gründung der Special Interest Group "Model-Driven Software Engineering" dem Thema besondere Aufmerksamkeit widmen. In der SIG-MDSE treffen sich Experten und Interessierte zum Erfahrungsaustausch im Bereich der modellbasierten und architekturzentrierten Software-Entwicklung, z. B. System-Entwickler und -Architekten, Projektleiter, Trainer, Lehrende und Wissenschaftler.
Ziele der SIG
- Regelmäßige Treffen mit ausgewählten Vorträgen
- Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft, Hochschulen und Forschung, z. B. durch Technologietransfer, gemeinsame Forschungsprojekte
- Gemeinsame Veröffentlichungen zur modellgetriebenen und architekturzentrierten Software-Entwicklung, beispielsweise in Form einer regelmäßigen Schriftenreihe
- Organisation von Treffen, Workshops, Seminaren und Vorträgen und damit Bildung eines Kompetenznetzwerks
- Arbeitskreise können sich intensiv speziellen Themen widmen, z. B. Glossare/Begriffslisten, modellbasiertes Testen, etc.
